Der Frauenverein Männedorf berichtet

Wüsse & Gnüsse: Architekturführung Kunsthaus Zürich

Der erste Ausflug vom Wüsse & Gnüsse im 2026 führte uns ins Kunsthaus Zürich. Dort angekommen, kommen wir in den Genuss einer Architekturführung. Das bedeutet, dass wir das Kunsthaus nicht aufgrund der ausgestellten Kunstwerke besser kennenlernten, sondern die Geschichte, Entstehung und Besonderheiten des neuen Teils des Kunsthauses entdecken durften.

Wir starten im alten «Moser»-Bau, der nach dem Architekten Karl Moser, welcher für das 1910 erstellte Kunsthaus verantwortlich war, benannt ist, um auf Gemeinsamkeiten mit dem neuen «Chipperfield»-Bau hinzuweisen. Verbunden sind die beiden Gebäude mit einer Passerelle , die unter dem Heimplatz im Tagbau und äusserst aufwendig errichtet wurde. So ist es nicht verwunderlich, dass diese Passerelle rund 10% der Baukosten des 216 Millionen teuren Projekts verschlungen hat. Sie wird aber nicht nur für die Besucher rege genutzt, auch für Transporte von Kunstwerken ist sie sicherheits- und versicherungstechnisch äusserst wichtig. Es sind lediglich 10% aller Kunstwerke tatsächlich ausgestellt, der Rest wird in diversen klimatisierten und gesicherten Räumen gelagert. Der Transport von solchen «Lagerartikeln» findet somit besser in diebstahl- und wettersicherer Umgebung statt.

Die Planung des Neubaus startete bereits 2001. Dieser stellt die Verbindung zum neuen Hochschulquartier dar, welches Zeitgleich von der Stadt Zürich geplant wurde und somit auch städtebaulich hohe Ansprüche genügen musste. 214 Architekturteams haben sich zu Beginn für dieses Projekt beworben – den Zuschlag erhielt schlussendlich David Chipperfield. Nach fünf Jahren Bauzeit und einem Jahr, in welchem die Inbetriebnahme der technischen Anlagen wie Strom, Be- und Entlüftung, Klimaregelungen, Sicherheitsanlagen etc. durchgeführt wurde, konnte der «Chipperfield»-Bau im Herbst 2021 eingeweiht werden.

Beim Bau hat man auf viel natürliches Licht gesetzt, welches mit langen Seitenfenstern oder Dachlukarnen sichergestellt wurde. Die Materialienwahl war, wenn immer möglich, ökologisch. Der Sandstein der Aussenfassade kommt aus dem Baselbiet, die Eichenböden aus dem Bündnerland und der Hochbau wurde aus recyceltem Beton hergestellt. Auch die Technik hinter der Belüftung und dem Schutz der Kunstwerke vor direktem Lichteinfall fasziniert uns alle. In den einen oder anderen Räumen werden wir auch auf die Gemeinsamkeiten mit dem alten Moserbau hingewiesen.

Nach etwas mehr als einer Stunde und vielen, vielen Fragen von uns machen wir uns noch selbst auf die Entdeckung der einen oder anderen Kunstausstellung und beenden den Ausflug mit einem gemeinsamen Apéro und teilweise mit einem gemeinsamen Z’Nacht. «Wüsse & Gnüsse» passt somit an diesem Nachmittag perfekt zusammen.

Eva

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