Der Frauenverein Männedorf berichtet
Wandergruppe: Wanderung ins Maderanertal am 22. September 2026
In aller Herrgottsfrühe versammelten sich 10 Wanderfrauen beim Bahnhof Männedorf und fuhren mit dem 6.26h-Zug los, mit diversem Umsteigen bis nach Amsteg. Von da fuhr das Postauto auf halsbrecherischen Serpentinen mit nur schmalen Geländern vor dem Abgrund nach Bristen hinauf, zu dem Dorf, das am Anfang des Maderanertales liegt. Unterdessen war ein prächtiger Septembermorgen angebrochen, allerdings am Anfang noch im Schatten ziemlich kühl – wie es in einem französischen Chanson von 1971 so schön heisst: Le fond de l’air est frais.
Von der gelben Golzern-Gondelbahn aus sahen wir unten plötzlich 20 Gämsen, die am Waldrand weideten. Ein Mann erklärte, die Jagd sei beendet und die Tiere spüren, dass sie keine Angst mehr haben müssen.
Oben auf der Golzernalp gingen wir im strahlenden Sonnenschein zum Golzernsee, einem idyllischen Bergsee, der mir wie ein klares Auge Gottes vorkam.
Von da begann der ziemlich steile Anstieg, 500 Meter bis zur Höhe von 1900 Metern auf der Golzernalp hinauf. Der Weg war abwechslungsreich mit Wurzeln und Stufen, durch den Wald, mit wunderschönen Ausblicken. Unterwegs entdeckten wir einige rotweisse Fliegenpilze auf dem braunen Waldboden. Glückspilze müssen das gewesen sein!
Oberhalb der Baumgrenze waren wir der strahlenden Sonne ausgesetzt, sodass Hut und Sonnenbrille nötig waren. Die Berge dort oben sahen ein wenig aus wie die Dolomiten.
Bei einem plätschernden Bächlein machten wir Mittagspause. Es war sehr gemütlich. Ursula, unsere Wanderleiterin, hat eine wunderbare Eigenschaft: sie stresst nie mit irgendwelchen Aufbruch- oder Busabfahrtszeiten. Man „plegeret“ beim Picknicken solange, bis alle das Gefühl haben, jetzt könne man dann wieder weitergehen.
Der Höhenweg oberhalb des Maderanertales ist wunderschön, man merkt fast nicht, dass es im Ganzen ca 1000m abwärts geht.
Immer wieder sind reissende Bäche zu übersteigen, manchmal über dünne schwankende Metallbrücken. Und überall gibt es Wasserfälle, die von den mächtigen Felswänden stürzen. Das erfrischende Rauschen des Wassers begleitete unsere ganze Wanderung.
Und die Aussicht ins Tal hinauf und in die näheren und ferneren Glarner Alpen war überwältigend.
Unser Ziel war das alte romantische Berghotel „Madranertal“ ganz hinten im Tal, wieder im dichten Wald. Auf der Terrasse genossen wir den wohlverdienten Zvieri und den weiten Ausblick nun ins Tal hinunter.
Nach einer gemütlichen Stunde hatten wir wieder Lust aufzubrechen und wanderten dem tosenden und gischtenden Chärstelenbach entlang nach Bristen hinunter. Dort erwischten wir ganz natürlich, ohne pressieren zu müssen, den Bus, der eine Stunde früher abfuhr als der ursprünglich geplante.
Es war ein rundum wunderbarer Wandertag. Danke, Ursula!
Marjoline Roth