Der Frauenverein Männedorf berichtet

So leben die Bienen bei Angi!

Ein Leben als einzige Königin in einem Haushalt umgeben von 10'000 – 50'000 hart arbeitenden Frauen die alles für dich machen, oder 1’000 Männer die nur zum Begatten existieren - ist das eine Utopie? In unserem Leben eher schon, aber bestimmt nicht für die Bienen!

Imkerin Angi Philippin (auch tätig im Frauenverein beim jährlichen Kerzenziehen) hat ihr Zuhause in Männedorf für interessierte Kerzenziehmitarbeiter geöffnet und ein Vortrag mit anschliessendem Apéro und Rundgang in ihrem privaten Bienenhaus gezeigt.

 

An schönster Lage, mit Aussicht auf den Zürichsee, leben die Bienen von Angi Philippin. Acht Bienenstöcke (oder «Bienenfamilien») hat sie in ihrem Bienenwagen eingerichtet. Damit jeder Bienenstock optimal funktionieren kann (ohne dass Chaos bei den Mitbewohnern entsteht), braucht es eine gewisse Struktur oder Arbeitsverteilung. In jedem Bienenstock lebt eine Königin. Sie legt zwischen 500-2’000 Eier/Tag. Die Königin wird bis zu 5 Jahre alt. Ihren «Haushalt» teilt sie mit 10'000 – 50'000 Arbeitsbienen. Im Gegensatz zur Königin, leben die Arbeitsbienen im Durchschnitt nur zwischen 5-6 Wochen im Sommer und 6-9 Monate im Winter. Je nach Alter haben die Arbeitsbienen verschiedene Aufgaben. Sie fangen mit dem Putzen der Wabenzellen an, sind nachher für die Fütterung der Larven und der Königin verantwortlich und bauen die Bienenwaben. Das Ende ihres Lebens verbringen sie draussen als Sammlerinnen von Nektar, Pollen, Wasser und Propolis.

Im gleichen Haushalt leben zusätzlich einige hundert männliche Bienen, auch Drohnen genannt. Die Drohnen haben als einzigen Auftrag die «gemütlichen» Aufgabe die Königin zu begatten. Im Herbst, wenn Ihr Aufgabe erfüllt ist, werden sie aus dem Stock gejagt und die Drohnen sterben. Durch Angi erfahren wir, dass es in der Schweiz etwa 18'000 – 20'000 Imker/Imkerinnen gibt. «Ich mache es nur als Hobby», lässt sie uns wissen. Als Angi ihre Funktion in der Bienenwelt erklärt und uns ihr Ausrüstung gezeigt hat, ist es uns klar – dieses Hobby erfordert bestimmt viel Zeit und Leidenschaft. Zum Glück besitzt Angi genau diese Eigenschaften! Danke Angi, dass du uns Zeit gewidmet hast für den Rundgang und Vortrag. Viel Erfolg mit der Honigproduktion!

Pia Brovinius

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